Mittwoch, 25. April 2012

Rezension: Die toten Frauen von Juarez von Sam Hawken

© Klett-Cotta Verlag
...aber nur, weil ich mit dem Kopf zugehört habe, nicht mit dem Herzen.. Was sind wir für Menschen, wenn wir unsere Herzen vergessen..? - S. 176

Inhaltsangabe:
Kelly Courter ist ein Exboxer, Exjunkie und im Exil lebender Amerikaner.. Er wohnt in der Grenzstadt von Ciudad Juárez im Norden von Mexiko.. Sein Geld verdient er sich mit unrühmlichen Boxkämpfen sowie dem Dealen von Drogen.. Wegen eines schlimmen Vorfalls, der ihm somit eine Wiederkehr in seine Heimat unmöglich macht, ist er damals ins Ausland geflüchtet und hofft nun tagtäglich auf ein besseres Leben.. Paloma, seine Freundin und Schwester seines Dealers Esteban - der ihn regelmäßig mit Stoff versorgt, lässt ihn noch hoffen.. Sie gibt ihm die Liebe die er braucht.. Eines Tages begeht Kelly einen großen Fehler.. Er greift selbst zur Nadel, driftet ab in die Welt des Rausches und bemerkt nicht einmal, dass Paloma spurlos verschwindet.. Ihre misshandelte Leiche wird kurz darauf gefunden.. Kelly, der sofort verhaftet, gedemütigt und für ein Geständnis halb totgeprügelt wird, sowie Esteban gelten als Täter.. Haben die beiden wirklich etwas mit dem Mord zu tun..? Kelly, der Paloma über alles liebte, und Esteban, ihr eigener Bruder..? Sevilla, ein befreundeter Polizist, sucht nach der Wahrheit.. Er will Kelly helfen und nimmt dem Fall an sich.. Es kommt Licht in das dunkle Geheimnis.. Aber nicht nur das: Nicht nur Paloma wurde tot aufgefunden.. Zahlreiche Frauen verschwinden und nur 400 von ihnen wurden bislang gefunden - vergewaltigt und getötet.. 

Wenn sie genügend Gerüchte verbreiten, hält jeder sie irgendwann für die Wahrheit; die Leute erinnern sich nicht, ob das, was sie weitergeben, zutrifft oder erfunden ist.. - S. 193

Meine persönliche Meinung:
Ein Klappentext, der sofort meine Neugierde und Aufmerksamkeit erweckte.. Ein Thema, dass wohl jeden von uns interessiert bzw. interessieren sollte.. Denn auch noch heute geschehen Morde an Frauen in Mexiko.. Sie werden entführt, vergewaltigt und brutalst verstümmelt.. Die wenigsten werden gefunden, von den Tätern fehlt meist jede Spur.. Um die Angehörigen kümmert sich niemand.. Ich muss jedoch gestehen, dass ich mir von diesem Buch ein bisschen mehr erhofft hatte.. Für mich hätte dieses brutale Thema viel mehr in dem Buch besprochen werden können.. Der Fokus liegt fast nur auf der Gestalt Kelly Courter und dessen Leben.. Einige Storysprünge gefielen mir ebenfalls nicht.. Da liest man voller Spannung so schnell wie möglich weiter und will wissen was nun auf einem zukommt, und plötzlich ist das Kapitel zu Ende und es wird schon von etwas neuem erzählt.. Ansonsten lässt sich der Schreibstil von Sam Hawken richtig gut, locker und leicht, lesen.. Spanische Wörter kommen desöfteren im Text vor.. So ungefähr kann man erahnen was sie bedeuten sollen, genau erklärt werden sie jedoch nicht =/ .. Die Protagonisten, Kelly - Esteban und Paloma, hat Sam Hawken sehr gut dargestellt.. Wie sich Kelly innerlich fühlt, wird einem sichtlich nahe gebracht.. Man kann sich regelrecht in ihn hineinversetzen.. Eine Geschichte, die noch mehr Potenzial nach oben gehabt hätte.. Ein solider Krimi, den ich alleine schon wegen des Themas - trotz meiner 3 Sterne, weiterempfehlen würde.. Taucht selbst ein in die grausame Welt der Toten Frauen von Juarez (:


  • Gebundene Ausgabe: 317 Seiten
  • Verlag: Tropen Bei Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (15. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608502122
  • ISBN-13: 978-3608502121
  • Preis: 19,95€ (D)
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