Freitag, 15. Juni 2012

Rezension: Hannes von Rita Falk

© dtv Verlag
Inhaltsangabe:
Zwei junge Männer, Freunde seit frühester Kindheit, rasen dahin auf dem Weg ins Leben.. Bis zu diesem Unfall.. Uli glaubt fest daran, dass Hannes ganz bald aus dem Kom erwachen wird.. Er besucht ihn täglich, obwohl sein Zivildient im "Vogelnest" - einem Heim für psychisch Kranke - ihm einiges abverlangt.. Gleichzeitig ist da dieser Hunger nach Leben, nach Liebe und Sex und nach tiefer Freundschaft.. Jeden Tag lässt Uli seinen Freund teilhaben an seinem Alltag, immer in der Hoffnung auf eine winzige Regung, ein Blinzeln, ein Wort von ihm.. Täglich schreibt Uli ihm Briefe, damit all die Leerstellen gefüllt werden können, später, wenn Hannes wieder bei ihnen ist.. Doch zwischendurch macht sich unbändiger Zorn in ihm bereit: auf die seelenlose Apparatemedizin und hilflos-arrogante Ärzte, auf Hannes Eltern, die soch doch nur selber bemitleiden, und auf Hannes, der einfach so daliegt, ohne ein einziges Lebenszeichen..

Meine persönliche Meinung:
Ein bittersüßer Roman über Freundschaft und Tod.. Über das Festhaltenwollen.. Und über das Leben.. "Hannes" ist ein Roman, über den man noch lange, nachdem man das Buch beendet hat, nachdenkt.. Das gesamte Buch wird in Briefform erzählt.. In regelmäßigen Abständen, mit Datum versehen, schreibt Uli Briefe an seinen Freund Hannes.. Man erfährt vieles aus Ulis Leben, von seiner Arbeit, seinen Affären, seinen gemeinsamen Freunden sowie von Hannes' Familie.. Er schreibt über Liebe, Freundschaft, Hoffnung, Ängste, Verlust und Kummer.. Uli gibt nicht auf und kämpft um das Leben seines Freundes.. Er ist fast noch der einzige, der daran glaubt, dass Hannes eines Tages aus dem Koma erwachen wird.. Schon während dem Lesen dieses Buches beginnt man seine eigenen Freundschaften damit zu vergleichen.. Hier erfahren wir, was wirkliche Freundschaft bedeutet.. Man fühlt mit Uli mit, und stellt sich desöfteren die Frage, wie man selbst in so einer Situation am besten umgehen würde.. Das Cover, das wundervolle helle mit Kastanienblättern verzierte grün, lässt uns sofort an Hoffnung denken.. Genau diese Kastanienblätter sieht Uli immer, wenn er aus dem Fenster von Hannes Krankenzimmer sieht.. Eine Geschichte, die wohl jedes Bücherherz berührt.. "Hannes" ist emotional und philosophisch.. Einen Stern muss ich jedoch für die vielen bestimmten Wortwiederholungen abziehen.. Für mich waren diese im laufe des Buches etwas störend und ermüdend..

Jetzt sitz ich auf der Fensterbank und schreibe diese Zeilen.. Ich schau in die alte Kastanie, auf ihren Ästen liegt Schnee.. Sie hat alles gesehen von unserer Zeit hier, Hannes.. Hat im Frühjahr rot geblüht und hat uns im Sommer Schatten gespendet.. Hat im Herbst ihr Laub verloren und war danach kahl, zeigte nur das Wesentliche.. Letzt liegt Schnee auf ihr und sie kann uns nicht mehr sehen.. Will uns nicht mehr sehen.. Verbirgt sich unterm Schnee, um sich den Anblick zu ersparen.. Willst du gehen und bleibst nur, weil ich dich nicht lasse? Ich nehm das Foto vom ersten Schultag aus der Hosentasche.. Wir grinsen beide in die Kamera.. Arm in Arm.. Der Riss geht genau durch die Mitte des Bildes und ist mit Tesa geklebt .. - S. 197


Buchtrailer:



  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (19. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423280018
  • ISBN-13: 978-3423280013
  • Preis: 17,90€ (D)

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Kommentare:

  1. Sehr schöne Rezi!
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Kann dir nur zustimmen. Ein tolles Buch zum Lesen!!!

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