Donnerstag, 22. Mai 2014

Rezension: Zone C von Sebastian Caspar

© Klak Verlag
Man ist allein, an schlimmen Tagen sogar so sehr, dass man spürt, sich selbst verlassen zu haben. - Seite 28

Inhaltsangabe:
Der 19-jährige Sten lebt zusammen mit seiner depressiven Mutter im Osten Deutschlands. Sein Alltag bestimmt den Konsum von Drogen und Erinnerungen an seine Freundin Asic, die nun nicht mehr bei ihm ist. Sie zog in den Westen um zu studieren. Sten nimmt Crystal Meth zu sich. Ein Gemisch aus Ephedrin, Abflussreiniger und Batteriesäure. Eine Droge ohne Anspruch, härter und billiger als Kokain. Sten verliert sich immer mehr in kalten und unverbindlichen Beziehungen. Sein einziger Freund mit dem er sehr viel Zeit verbringt ist Monti. Monti ist naiv und lebt sorglos in den Tag hinein. Doch er birgt ein dunkles Geheimnis, dieses Sten noch nicht weiß, und er selbst befindet sich näher am Abgrund, als ihm lieb und bewusst ist. 

Meine persönliche Meinung:
Sebastian Caspar bespricht in Zone C ein Thema, vor dem viele Menschen da draußen die Augen verschließen. Viele wissen absolut nicht, wie schlimm es inzwischen mit dem Konsum von Drogen geworden ist. Wie viele Menschen unter dieser Sucht leiden und auch daran sterben. Wir bekommen in diesem Buch einen kleinen Einblick in Stens Leben. Sein Leben mit Drogen und wie er seinen Alltag bewältigt.

Kurze und knappe Kapitel führen uns durch Zone C. Einblicke in Stens Leben, die jedoch sehr sprunghaft sind. Mir wurde der Ort, die Handlung zwischen den Kapitel zu oft gewechselt, und vor allem zu schnell. Liest man gerade das Jetzt in seinem Leben, befindet man sich auch schon wieder in der Vergangenheit. Manche Themen oder auch Geschichten von Sten hätte ich mir ausführlicher gewünscht. Kapitel, die mir somit viel zu schnell zu Ende waren, obwohl ich gerne mehr davon gelesen hätte. 

In Zone C lesen wir auf den guten 150 Seiten eigentlich immer nur das selbe. Die Handlung wiederholt sich viel zu oft. Sten dröhnt sich zu, hat Sex unter Drogeneinfluss, holt sich sein Zeug von seinen Dealern, zieht eine Line nach der anderen, trauert Asic hinterher, verbringt viel Zeit auf Partys und mit seinem Freund Monti. Dies wechselt sich immerzu ab, und das eigentliche Thema Drogen wurde mir viel zu wenig ausführlicher beschrieben. Mir fehlten dazu elementare Teile, die bei dieser Geschichte für mich eine große Rolle gespielt hätten. Der Autor hat dies sicher so gewollt, sonst hätte er das Buch bestimmt nicht so geschrieben, aber bei mir kam hin und wieder schnell Langeweile auf, wenn sich mal wieder eine Szene aus Stens Leben so ähnlich wiederholte als die vorherige schon. 

Sten wurde für mich äußerst gut dargestellt. Lese ich jedoch ein Buch, bei dem es um ein tragisches und doch trauriges Thema geht, habe ich meistens immer ein Mitleid mit dem Protagonisten. Bei Sten kam irgendwie keines auf. Sten lässt sich treiben, tut nichts um sein Leben verbessern zu wollen. Er ist schwach und antrieblos, was bestimmt wiederum desöfteren normal bei einem Drogensüchtigen ist. 

Im großen und ganzen hat mir das Buch schon gefallen, da ich sehr gerne solche Geschichten lese, in denen Themen wie Drogen, Alkoholismus oder andere Suchtprobleme aufgegriffen und angesprochen werden. In Zone C fehlte es mir einfach an Spannung und Ausführlichkeit. Ich hätte mir mehr zu dem Thema Drogen erhofft. Die Geschichte an sich ist stimmig und real beschrieben, man glaubt in einer Biografie zu lesen. Wer ein Porträt eines Drogensüchtigen lesen möchte, hat mit Zone C ganz bestimmt ein großes Lesevergnügen. Ich habe mir einfach ein wenig etwas anderes von diesem Buch erwartet!


  • Broschiert: 140 Seiten
  • Verlag: KLAK Verlag; Auflage: Erstauflage (21. Januar 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 394376723X
  • ISBN-13: 978-3943767230
  • Preis: 12,90€ (D) - 13,30€ (A)
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Kommentare:

  1. Huhu Steffi,
    also vom Klak Verlag hab ich noch gar nichts gehört ... Und deine Bewertung kann ich auch gut verstehen. Auf nur 140 Seiten würde es mir wahrscheinlich auch an Ausführlichkeit fehlen. Wobei ich das Thema an sich ja interessant finde.
    Grüße dich lieb!
    Damaris

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  2. Ich habe ebenfalls noch nichts von diesem Verlag gehört.
    Ich kann mich dem Kommentar von Damaris nur anschließen. Da hätte es wohl noch ein paar Seiten gebraucht. Wirklich schade, dass es nicht mehr Tiefgang hat. Ansonsten wäre es wohl eine klasse Geschichte.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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