Donnerstag, 20. Juli 2017

Rezension: Wie ein Fisch im Baum von Lynda Mullaly Hunt

© cbt Verlag
Lustig zu sein, ohne es zu wollen, ist schrecklich. Es ist demütigend, mit allen anderen über sich selbst lachen zu müssen. - Seite 37

Inhaltsangabe:
Ally, elf Jahre alt, ist klug - so klug, dass sie andere, ebenso schlaue Leute immer wieder hinters Licht führt. Bei jedem Schulwechsel verbirgt Ally erfolgreich, dass sie weder lesen noch schreiben kann, indem sie die Aufmüpfige spielt. Nach Hilfe zu fragen findet sie sinnlos, denn wer kann schon Beschränktheit heilen? Doch ihr neuer Lehrer Mr. Daniels schaut hinter die Fassade und merkt, was für ein aufgewecktes, kreatives Mädchen Ally eigentlich ist. Mit seiner Hilfe lernt sie, sich selbst nicht mehr unter Druck zu setzen und zu ihrer Schwäche zu stehen: Legasthenie.  Mit wachsendem Selbstvertrauen entdeckt Ally, dass es für sie eine Menge Möglichkeiten gibt und dass man niemanden vorschnell abstempeln darf.

Ich wünschte, sie würde meine Welt verstehen. Aber das wäre so, als versuchte man, einem Wal zu erklären, wie es ist, im Wald zu leben. - Seite 39

Meine persönliche Meinung:
Absolute Coverliebe. Ein Cover, dass mehr aussagt als man anfangs denkt. Hat man das Buch erst einmal gelesen, weiß man, warum Wie ein Fisch im Baum dieses Cover bekommen hat. Ich find es absolut passend zum Inhalt dieses Buches und möchte euch nun in einigen Worten erzählen, wie mir das Buch gefallen hat.

Du redest Blödsinn, wenn du sagst, dass ich nicht verstehe, wie es ist, anders zu sein. Aber die Sache ist die... ich bin nur für die Leute anders, die mich mit den falschen Augen sehen. Und es kümmert mich nicht, was solche Leute denken. - Seite 159

In diesem Buch lesen wir über ein doch ernstes Thema, dass unglaublich toll umgesetzt worden ist. Viele Menschen dort draußen können weder lesen noch schreiben und leiden unter Legasthenie, so auch Ally. Man schämt sich dafür und versucht es im Alltag mit viel Druck stets zu verheimlichen. Auch Ally möchte nicht, dass jemand in ihrer Klasse erfährt, dass sie weder lesen noch schreiben kann. Sie mogelt sich durch die ersten Wochen richtig gut durch, bis sie einen neuen Lehrer, Mr. Daniels, bekommt. Er gewinnt Allys Vertrauen ziemlich schnell und stellt fest dass sie hochintelligent ist. Mr. Daniels gibt Ally Nachhilfe und kommt auch so auf ihr kleines Geheimnis. Endlich ein Hoffnungsschimmer für Ally, dass sie nun eine Person hat, der sie sich anvertrauen kann und der ihr hilft, lesen und schreiben zu lernen. In ihrer neuen Klasse hat sie sich ebenfalls schon eingelebt und mit ihren Freunden Keisha und Albert setzt sie schließlich sogar die mobbende Klassenkönigin Shay schachmatt.

Jeder ist auf seine Art klug. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist. - Seite 180

Eine absolut warmherzige und berührende Geschichte, die wir hier geliefert bekommen. Ally ist ein Mädchen, dass man sofort in sein Herz schließt. Man kann sich in ihre Ängste und Gefühle sehr gut hineinversetzen, was für mich als Leserin immer sehr sehr wichtig ist. Ich kann mit Protagonisten absolut nichts anfangen, dessen Gefühle und Gedanken ich nicht verstehen kann. Hier hat es die Autorin absolut richtig gemacht. Ein Buch, in dem der Leser auch zu lesen bekommt, wie grausam Schüler sein können. Ist man anders als alle anderen, wird man abgestempelt, verspottet, missachtet oder gemobbt. Das ist die Realität, die mich immer wieder unglaublich traurig macht. Ally konnte gott sei Dank Freunde finden, die sich für sie stark gemacht haben, aber man weiß, dass es sich dort draußen oft nicht so abspielt und wie einsam und allein gelassen man sich in so einer Situation fühlen kann.

Opa sagt immer, dass man mit Wörtern so vorsichtig umgehen muss wie mit Eiern. Bei beiden kann man den einmal angerichteten Schaden nicht mehr rückgängig machen. - Seite 207

Eine Geschichte, die mich zutiefst bewegt hat. Eine bezaubernde Story, die man unbedingt lesen sollte. Toller Schreibstil, tolle Charaktere und eine wahnsinns Thematik, die richtig toll in dieser Geschichte verpackt wurde. Dreihundert Seiten, die mich sehr nachdenklich zurück gelassen haben. Ein einfühlsames Buch, dass realer und authentischer nicht sein hätte können. Lesen, lesen und nochmals lesen!

Wenn man sich mit etwas schwertut, heißt das wohl nicht, dass man es nicht kann. - Seite 221



  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: cbt (31. Oktober 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570164209
  • ISBN-13: 978-3570164204
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
  • Originaltitel: Fish in a Tree
  • Preis: 12,99€ (D) - 13,40€ (A) 

http://www.buecher-stierle.at/product/4099276460851965289/Buecher_Kinder--und-Jugend/Lynda-Mullaly-Hunt/Wie-ein-Fisch-im-Baum
- draufklicken und in der Buchhandlung bestellen, in der ich arbeite :)

Kommentare:

  1. Schönen Sonntag und hallo :)

    Sehr tolle, ausführliche Rezension. Mich hat das Cover ja auch von vornherein angezogen, allerdings komme ich selbst nicht ganz mit dem Titel klar, auch wenn ich verstehe warum er für diese Geschichte gesetzt wurde. Aber so positiv wie du vom Inhalt erzählst kommt das sicher auf meine Empfehlungsliste im Jugendbuchbereit :)

    Wünsch dir noch einen feinen Lesetag!

    p.s.: Das Stierle Widget ist super! :)

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    1. Aloha :D
      Vielen lieben Dank, freut mich sehr, dass sie dir gefällt! Das Buch kannst du wirklich mit gutem Gewissen weiterempfehlen (:
      Werds auch in der Buchhandlung in den Bestand nehmen, damit ich es brav verkaufen kann .lach.
      Danke, das Stierle Widget musste nun einfach her <3

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