Freitag, 19. Februar 2021

Rezension: Kim Jiyoung, geboren 1982 von Cho Nam-Joo

© Kiepenheuer & Witsch Verlag
Es ist ganz normal, dass in allen Bereichen die Technik Fortschritte macht und die Körperkraft immer seltener benötigt wird, was die Arbeit an sich aber nicht weniger werden lässt. Ausgerechnet die Hausarbeit erkennt man ungern als solche an. Seit Jiyoung Hausfrau geworden war, wurde ihr die Doppelmoral, mit der die meisten Menschen Hausarbeit bewerten, regelmäßig bewusst. Mitunter bezeichneten sie diese Tätigkeit geringschätzig als zu Hause herumlungern, dann wieder erhoben sie sie zu einer lebensrettenden Arbeit, doch niemand unternahm einen Versuch, ihren Wert zu beziffern. Wahrscheinlich hatten sie Sorge, dass jemand dafür bezahlen müsste, wenn man dafür erst einmal einen Lohn ermitteln würde. - Seite 176

Inhaltsangabe:
In einer kleinen Wohnung am Rande der Metropole Seoul lebt Kim Jiyoung. Die Mitdreißigerin hat erst kürzlich ihren Job aufgegeben, um sich um ihr Baby zu kümmern – wie es von koreanischen Frauen erwartet wird. Doch schon bald zeigt sie seltsame Symptome: Jiyoungs Persönlichkeit scheint sich aufzuspalten, denn die schlüpft in die Rollen ihr bekannter Frauen. Als die Psychose sich verschlimmert, schickt sie ihr unglücklicher Ehemann zu einem Psychiater. Nüchtern erzählt eben dieser Psychiater Jiyoungs Leben nach, ein Leben bestimmt von Frustration und Unterwerfung. Ihr Verhalten wird stets von den männlichen Figuren um sie herum überwacht – von Grundschullehrern, die strenge Uniformen für Mädchen durchsetzen; von Arbeitskollegen, die eine versteckte Kamera in der Damentoilette installieren und die Fotos ins Internet stellen. In den Augen ihres Vaters ist es Jiyoung’s Schuld, dass Männer sie spät in der Nacht belästigen; in den Augen ihres Mannes ist es Jiyoung’s Pflicht, ihre Karriere aufzugeben, um sich um ihn und ihr Kind zu kümmern.  
 

Donnerstag, 4. Februar 2021

Gelesene Bücher und deren Buchzitate

 Ich habe mal wieder so einige Zitate gesammelt und sie für euch herausgeschrieben :) 
So bekommt ihr auch gleich einen kleinen Einblick in die jeweiligen Bücher!

Miracle Creek von Angie Kim
Seite 10 // "Glaubte er, es sei schon genug passiert heute, und dass darum nicht noch mehr passieren konnte? Aber so läuft das Leben nicht. Eine Tragödie macht einen nicht immun gegen weitere Tragödien, und Schicksalsschläge werden nicht gerecht hier und da verteilt - mit Unglück wird klumpenweise, gebündelt nach einem geworfen, unkontrollierbar und chaotisch."
 
Seite 89 // "Das war der Grund dafür, dass Studien immer wieder zu dem Ergebnis kamen, dass reiche, erfolgreiche Menschen, von denen man meinen sollte, sie seien die zufriedensten von allen - Topmanager, Lottogewinner, Olympiasieger -, eben nicht die glücklichsten waren und Arme und Behinderte nicht unbedingt die unglücklichsten: Man gewöhnte sich an sein Leben, ganz gleich, welche Erfolge und Mühen es für einen bereithielt, und passte seine Erwartungen entsprechend an.
 
Seite 264 // "So ist das, wenn man Kinder hat, da bricht einem jeden Tag irgendetwas das Herz."
 
Seite 326-327 // "Das war das Problem mit Lügen: Man lieferte sich ihnen komplett aus. Wenn man einmal gelogen hatte, musste man an der Lügengeschichte festhalten." 
 
(Bild- und Zitatrechte: Hanser Literaturverlage)


Sonntag, 31. Januar 2021

Die ersten neuen Bücher im Jahr 2021

Das neue Jahr startet mit so einigen tollen Neuerscheinungen. Einige davon durften auch bei mir bereits einziehen, aber die zeige ich euch dann in einem gesonderten Blogpost :)
Einfach wieder aufs Buchcover klicken, um mehr zu erfahren! 
Viel Spaß beim Schmökern (:

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