Sonntag, 4. März 2018

Rezension: Überall bist du von Gerhild Stoltenberg

© Atlantik Verlag
Inhaltsangabe:
Wenn Martha geahnt hätte, dass Tom vom einen auf den anderen Tag aus ihrem Leben verschwinden würde, hätte sie ihn nachts geweckt, statt ihn nur anzuschauen. Sie wäre mit Tom nur U-Bahn statt Fahrrad gefahren, dann gäbe es in der Stadt jetzt weniger Orte, die sie mit ihm verbindet. Und sie hätte versucht, viel weniger mit ihm zu erleben, damit die Liste der Dinge, die sie so sehr an ihn erinnern, jetzt nicht so lang ist. Zum Glück gibt es den fünfjährigen Oskar und seine Brüder, die ihr die unausgesprochenen Gesetze des Spielplatzes erklären und mit denen sie unbeschwerte Sommertage im Freibad verbringt. Doch wenn der Liebeskummer so schlimm wird, dass nicht mal Winnie Puuh-Pflaster helfen, weiß selbst der sehr weise Oskar nicht mehr weiter. Martha muss sich eingestehen, dass sie nicht die besten Ideen hat, um über Tom hinwegzukommen, und entscheidet kurzerhand, alles hinter sich zu lassen.


Meine persönliche Meinung:
Als ich dieses Buch in der Verlagsvorschau entdeckt habe, war ich natürlich sofort von dem schlichten aber sehr süßen Cover angetan. Ein Klappentext, der eine poetische aber auch traurig-schöne Geschichte verspricht. Klingt ganz nach einem Buch für mich, somit durfte es sofort in mein Regal einziehen.

Wir lernen die Protagonistin Martha kennen, die von Tom verlassen wurde. Seitdem ist sie einsam und leidet. Martha zieht sich in ihre eigenen vier Wänden zurück, da sie dort draußen alles an Tom erinnert. Mit dem Fahrrad sind sie stets herum gefahren, sie kochten gemeinsam, lagen liebend gerne lange im Bett und liebten sich. 

Mit voller Wucht bekommt der Leser zu spüren, wie Martha mit ihrer Situation umgeht. Verlassen und einsam, sie ist gebrochen und zerfließt in ihrem Selbstmitleid. Leider ging mir dies sehr schnell auf die Nerven, da sie aus ihrem Loch absolut nicht mehr herausgekommen ist und auch keine Heilung erwartet bzw. auch nichts dafür getan hat, um wieder etwas fröhlicher durchs Leben gehen zu können. Eine sehr deprimierende und negative Stimmung.

Martha's Kinder sind einzigartig. Oskar, fünf Jahre alt, ist wahnsinnig klug. So klug, dass ich während dem lesen immer wieder den Gedanken hatte, dass sich kein Kind mit fünf Jahren so verhält und genau das hat mich immer wieder etwas gestört. Nippon ist etwas seltsam und der dritte im Bunde ist zu klein, um irgendwas verstehen zu können. Drei Kinder, die es ebenfalls nur kaum geschafft haben, Martha zum Lächeln zu bringen. Das Leben ist nicht schlecht, jedoch hat Martha dies noch lange nicht erkannt.

Ich hatte definitiv andere Erwartungen an dieses Buch. Gerhild Stoltenberg liefert uns hier einen Roman, der definitiv leicht und schnell zu lesen ist. Schade, dass er schwer von Melancholie durchdrungen ist. Mit fehlte die Fröhlichkeit und Hoffnung in dieser Geschichte. Zeit muss vergehen, dass zeigt uns Stoltenberg mit "Überall bist du". Der Mensch kann sich mit vielem ablenken, aber trotzdem ist er immer noch selbst zuständig, zu schauen, aus einem Loch auch wieder herauskriechen zu können. Sie wehrt sich regelrecht gegen die schönen Zeiten und lässt diese erst recht nicht an sich ran. Ich konnte mit ihr als Person leider nicht wirklich etwas anfangen.

Eine Geschichte, bei der ich dachte, dass sie ganz wunderbar werden würde, aber leider konnte sie mich nicht wirklich überzeugen. Ich muss gestehen, dass ich froh war, als ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte. Deprimierend, nervig und absolut nichts besonderes. Wie schade.


  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Atlantik; Auflage: 1. Auflage (11. April 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 345560059X
  • ISBN-13: 978-3455600599
  • Preis: 20€ (D) - 20,60€ (A) 
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