Donnerstag, 14. Mai 2015

Rezension: Ein Mann namens Ove von Fredrik Backman

© Fischerverlage
Selbstständige und andere Idioten, die fahren alle Audi. Sie wissen es eben nicht besser. - Seite 20

Inhaltsangabe:
Jeden Morgen macht Ove seine Kontrollrunde und schreibt Falschparker auf. Er beschwert sich über Nachbarn die sich in der Siedlung nicht an die Regeln halten und grummelt den ganzen lieben Tag. Nur wenige haben ein Herz für Ove und versuchen stets mit ihm in Kontakt zu treten. Alle anderen gehen ihm aus dem Weg und wollen so wenig wie möglich mit ihm zu tun haben. Hinter dem Rücken lästern und sich beschweren kann jeder. Ove sagt es dir ins Gesicht, und dann soll man sich schnellstmöglichst vom Acker machen und all die Regelverstoße ganz flott beseitigen. Seitdem Oves Frau nicht mehr am Leben ist, will auch er schon ganz bald sterben um wieder bei ihr sein zu können. Er trifft Vorbereitungen um sein Leben endlich beenden zu können, aber nun zieht auch noch nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet. Aber auch hinter Oves harter Schale verbirgt sich ein weicher Kern und eigentlich will er einem gar nichts Böses.

Meine persönliche Meinung:
Ein Mann namens Ove von Fredrik Backman ist mir das erste mal wegen diesem überaus tollen Cover aufgefallen. Ein Mann mit einer Katze, ein sehr einfaches aber doch auffallendes Cover, vor allem für einen Katzenliebhaber wie ich es bin! Ich wartete diese Neuerscheinung erstmal ein wenig ab und schon nach kürzester Zeit erschien eine positive Rezension nach der anderen. Cover und Titel dieses Buches konnte ich in dieser Zeit sowie nie ganz aus meinem Kopf verdrängen und nun stand es fest: Ich musste dieses Buch ebenfalls besitzen und schnellstmöglich lesen. Die liebe Rupertus Buchhandlung in Salzburg erfüllte mir diesen Wunsch dann ganz ganz schnell und schon hab ich losgelegt. Jeder der mich fragt wie ich Ove und seine Geschichte fand, bekommt stets die selbe Antwort: Ich liebe Ove!

Vielmehr handelte es sich um einen Streit, bei dem alle kleinen Meinungsverschiedenheiten irgendwann so ineinander verstrickt waren, dass schließlich jedes neue Wort, das man aussprach, ein derartiges Minenfeld darstellte, dass man kaum den Mund aufmachen konnte, ohne dass mindestens vier alte Konflikte wieder hochgingen. - Seite 93

Ove muss man aber erstmals kennen- und lieben lernen. Auf den ersten Blick erscheint er unsympathisch, griesgrämig und unglücklich. Ein alter Mann der unfreundlicher nicht sein könnte. Er kümmert sich nur um seine Siedlung in der er alleine in einem Haus wohnt und interessiert sich dafür, was in dieser Siedlung den ganzen lieben Tag geschieht. Hält sich jeder an die Regeln? Wenn nicht, dann bekommen sie es mit Ove zu tun. Denn meckern kann der sehr sehr gut! Ein Nachbar, den man sich selbst nicht wünschen würde.

Er hatte festgestellt, dass er Häuser mochte. Vielleicht besonders deshalb, weil sie etwas Handfestes hatten. Man konnte sie berechnen und auf Papier aufzeichnen. Sie ließen Wasser durch, wenn man sie nicht vernünftig abgedichtet hatte, und sie fielen in sich zusammen, wenn man die Träger falsch gesetzt hatte. Häuser waren gerecht, sie gaben einem, was man verdiente. Was man leider von Menschen nicht immer sagen konnte. - Seite 103

Nur wenige Nachbarn von Ove lieben ihn und suchen auch stets seine Nähe. Sie erbitten seine Hilfe bei Hausarbeiten oder ähnlichen Dingen, die Ove jedoch so gar nicht interessieren. Denn Ove möchte eigentlich nur mehr eines: Sterben um wieder mit seiner alles geliebten Frau vereint zu sein. Doch eines Tages wohnt auch Ove nicht mehr alleine. Sein neu zugelaufener Kater weicht ihm nicht mehr von der Seite. Er steht tagtäglich mit Ove um 5.45Uhr auf und begleitet ihn bei seinem Kontrollrundgang in der Siedlung. Sind auch alle Garagentore geschlossen? Der Müll brav entsorgt, die Vorgärten sauber und auch keine Falschparker unterwegs?

Wenn man sich auf jemanden, was die Zeit betrifft, nicht verlassen kann, dann kann man das bei wichtigeren Dingen im Leben auch nicht. - Seite 147

Ove und seinen Kater kann man einfach nur ins Herz schließen, denn auch Ove hat zwar eine harte Schale, aber ganz tief drinnen einen weichen Kern. Er ist hilfsbereit und hat einen grandiosen schwarzen Humor, der einem immer wieder zum schmunzeln bringt. Mit Ove hat man stets etwas zu lachen und mein Herz hat er schon auf den ersten Seiten zum erweichen gebracht. Mein Herz sprüht nur so vor Ove und bei vielen lieben Menschen in meinem Umkreis durfte Ove durch meine angesteckte Begeisterung einziehen, die daraufhin ebenfalls ganz hin und weg waren von diesen grandiosen 370 Seiten. 

Wenn man nichts zu sagen hatte, war es immer am besten, man stellte eine Frage. Wenn es etwas gab, das die Leute davon ablehnte, dass sie einen eigentlich nicht mochten, war es die Gelegenheit, über sich selbst zu sprechen. - Seite 170

Ein wunderbarer Schreibstil, mit dem der Autor bei mir mehr als nur punkten konnte. Die Seiten lesen sich super schnell und doch will man sich für jede Seite ganz besonders viel Zeit nehmen, damit man umso mehr noch vom Rest des Buches vor sich hat. Hat man das Buch erst einmal beendet, möchte man es am liebsten gleich nochmal von vorne beginnen. Eine Geschichte, die man definitiv nie vergessen wird, geschweige denn kann. 

Jetzt habe ich so viel verloren, Ove. Es fühlt sich an, als würde mein Herz nicht mehr in meinem Körper schlagen." Da standen sie sehr lange beisammen, eng umschlungen. Und am Ende hob sie ihr Gesicht hinauf zu seinem und sah ihm tief in die Augen. "Jetzt musst du mich doppelt so sehr lieben", bat sie ihn. Und da log Ove sie an, denn er sagte, das würde er tun. Obwohl er genau wusste, dass es völlig unmöglich war, sie noch mehr zu lieben, als er es ohnehin schon tat. - Seite 185

Ove ist ein wortkarger Fiesling, den man aber auch am liebsten um den Hals fallen würde. In knappen Worten erzählt uns Fredrik Backman die Geschichte von Ove, seinem Kater und seinen Nachbarn. Eine sehr humorvolle und herzerweichende Geschichte die komischer nicht sein könnte. Eine rührendes Buch, das absolut nie langweilig wird. Wer Ove noch nicht gelesen hat, sollte dies schnellstmöglich nachholen!

Jemanden zu lieben ist, als würde man in ein Haus einziehen. Am Anfang verliebt man sich in all das Fremde, man ist jeden Morgen aufs Neue erstaunt, dass es einem plötzlich gehört, und hat ständig Angst, jemand könnte hereinstürmen und sagen, ihm sei da ein großer Fehler unterlaufen und es sei gar nicht vorgesehen gewesen, dass man so ein schönes Zuhause bekommt. Aber mit den Jahren bröckelt die Fassade, das Holz reißt hier und da auf, und man fängt an, die Macken an diesem Haus zu lieben. Da kennt man bereits alle verborgenen Ecken und Winkel. Man weiß, was man tun muss, damit der Schlüssel nicht im Schloss stecken bleibt, wenn es draußen kalt wird. Welche Dielen etwas nachgeben, wenn man darauf tritt, und wie man die Kleiderschranktüren so öffnet, dass sie nicht knarren. Und das sind all die Geheimnisse, die es eben genau zu deinem Zuhause machen. - Seite 329

Ich vergebe 6 von 5 Zebras!


  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 3 (18. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3810504807
  • ISBN-13: 978-3810504807
  • Preis: 18,99€ (D) - 19,60€ (A)

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Kommentare:

  1. Oh das klingt ja toll! Hab das Buch auch schon lange auf meiner To-Read-Liste und deine Rezension hat mich gerade noch neugieriger gemacht :-)

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  2. Vielen dank, das freut mich sehr, dass ich dich neugieriger machen konnte :D .. Ich liebe Ove und bin gespannt ob du ihn genauso lieben wirst (:

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